Kaliméra Kálymnos als E-Book Das E-Book Kalimera Kalymnos Ausgabe 2019
Kaliméra Kálymnos

Geschichte der Insel


Kálymnos ist eine Insel der Seefahrer. Die lange Geschichte sowie die Kultur und Tradition der Insel steht in engem Zusammenhang mit dem Meer. Die Insel ist seit der Jungsteinzeit bewohnt. Ihre ersten Bewohner waren die Karer, die aus Kleinasien nach Kalymnos kamen. Überreste aus diese Epoche wurden bei Emborios und Vathis gefunden.

Antike

Homer nennt die Insel Kalydnes und berichtet, dass sie mit 30 Schiffen am Trojanischen Krieg teilgenommen hat, zusammen mit anderen Inseln. Danach landeten Archäer auf der Insel. Sie errichteten eine Siedlung auf dem Plateau der Insel, die zur Erinnerung an ihre ferne Heimat Argos nannten. Argos war lange Zeit die Hauptstadt der Insel.

In der Antike war Apollo Schutzgott von Kalymnos. Das Apollon-Heiligtum aus dieser Zeit befindet sich an der Straße von Chorio nach Panormos. Bis zu den frühen christlichen Jahrhunderten war es politisches und religiöses Zentrum. Im 6. Jahrhundert v. Chr. wurden auf Kalymnos eigene Silbermünzen gepräg (Tetradrachme). Auf der Vorderseite ist ein bärtiger Krieger mit Helm zu sehen, auf der Rückseite die Lyra von Apollo.

Während der Perserkriege (Anfang des 5. Jahrhunderts v. Chr.) befand sich die Insel im Besitz der Perser und der Königin Artemisia der Ältesten. 477 v. Chr. befreit, wird Kalymnos zusammen mit Lesbos, Chios, Samos, Kos und Rhodos Mitglied der Athener Allianz (Attischer Seebund) und zahlt dem in Delos ansässigen Bund eine jährliche Abgabe.

357 v. Chr. unterwirft sich Kalymnos der Macht des Königs von Karien und persischen Statthalters, Alikarnassos Maussolos. Sein Grabmal (Mausoleum) gehörte zu den sieben Weltwundern der Antike. Die Reste der Grabstätte können im heutigen Bodrum besichtigt werden. Nach etwa 15 Jahren rebellierte Kalymnos, erlangt die Freiheit und wurde erneut Verbündeter der Athener.

In hellenistischen Zeiten ist die Insel aufgrund ihrer geographischen Lage oft in den Kampf zwischen den Nachfolgern von Alexander dem Großen verwickelt. Zu dieser Zeit wurden in verschiedenen Teilen von Kalymnos Festungen errichtet, um die Bewohner aufgrund der instabilen Lage zu schützen.

Kalymnos kam vermutlich nach dem zweiten Makedonisch-Römischen Krieg im 2. Jahrhundert v. Chr. zum römischen Reich. Griechenland wurde bis zum Ende der Antike weitgehend christianisiert.

Mittelalter

Bei der faktischen Spaltung des Römischen Reiches im Jahr 395 wurde Griechenland dem Oströmischen bzw. Byzantinischen Reich zugeteilt und gehörte fortan zur Diözese Macedonia. Im Jahr 554 n. Chr. erschütterte ein verherendes Erdbeben die Insel, wodurch die Insel Telendos vom heutigen Kalymnos abgetrennt wurde.

Während der byzantinischen Periode litt die Insel unter häufigen Piratenatacken. Dies führte zum Bau der großen Burg oberhalb von Chora (Megalo Kastro, Paleo Kastro, Castle of Chora, Paleochora oder Burg der 9 Kapellen genannt). Im 13. Jahrhundert übernahmen die Venezianer die Insel und ab dem Jahr 1306 gehörte sie den auf Rhodos sitzenden Johannitern, die Kalymnos mit hohen Steuern belasteten.

Neuzeit

Nach sechsmonatiger Belagerung erobern die Truppen von Sultan Süleymann Rhodos für das osmanische Reich. Die Johanniterritter verlassen die Inseln des Dodekanés, Kalymnos wird türkisch. Dabei ist zu beachten, dass sich auch auf Kalymnos nur wenige Türken aufhielten, vielmehr wurde Griechenland überwiegend von Griechen beherrscht, die mit dem Sultan kooperierten.

Nach 1750, als die Piratenüberfälle aufhörten, bauten die Bewohner des Paleo Kastro langsam neue Häuser und errichteten die ersten Siedlungen: Thenia, Kokalaria, Yakcha, Vathy und Kameni. Nach etwa 50 Jahren war die Burg vollständig verlassen. Der Ort Chora begann schnell zu wachsen und wurde zur neuen Hauptstadt, aber auch die anderen Orte der Insel wurden erneut bevölkert.

Zur gleichen Zeit begann in Westeuropa die industrielle Revolution, die eine große Nachfrage nach Schwämmen erzeugte und den Boom der Schwammfischerei auf Kalymnos auslöste. Bereits um 1850 wurde deshalb der Stadthafen Pothia zur neuen Hauptstadt von Kalymnos.

Am 25. März 1821 begann die Griechische Revolution gegen das Osmanische Reich, die zur Bildung des griechischen Staates führte. Die Kampfe weiteten sich zwar nicht auf den Dodekanés über, aber bewirken jedoch eine beschränkte Selbstverwaltung. 1835 bildete Kalymnos mit Ikaria, Patmos und Leros eine eigene Verwaltungseinheit innerhalb des Osmanischen Reiches.

Am 29. April 1912 landeten italienische Streitkräfte auf Kalymnos und besetzten die Insel. Während der Okkupation versuchte Italien systematisch, den griechischen Charakter von Kalymnos zu verändern. Dies führte zu teilweise heftigen Auseinandersetzungen mit den Besatzern. Nach der Kapitulation Italiens im September 1943 diente Kalymnos als deutscher Stützpunkt für die Besetzung von Leros. Dies führte zu Bombardements durch die Alliierten und zur Flucht von Bewohnern in den Nahen Osten. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde der Dodekanes am 5. Mai 1945 den Alliierten übergeben. Danach folgte die einjährige britische Militärverwaltung und dann die griechische Militärverwaltung bis zum 7. März 1948, als der Dodekanes in den griechischen Staat eingegliedert wurde.

1825 lebten 5000 Einwohner auf Kalymnos, 1912, als die Italiener den Dodekanes besetzten, war ihre Zahl auf 23.200 angewachsen. Der Boom der Schwammfischerei hatte zahlreiche Menschen auf die Insel gelockt. Nach dem 2. Weltkrieg blieb Kalymnos die einzige griechische Schwammfischerei mit Exporten ins Ausland.

1967 ergreifen Obristen im politisch instabilen Griechenland die Macht und errichten eine Militärdiktatur, die 1974 endet. 1975 wird Griechenland eine parlamentarische Republik. Der erste Ministerpräsident ist Konstantin Karamanlis. Am 1. Januar 1981 wird Griechenland als zehntes Mitglied in die Europäische Gemeinschaft (heute EU) aufgenommen. Der Euro wird am 1.1.2002 offizielle Währung und ersetzt die griechische Drachme.